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    Trainieren mit Freude.

    Spürbar mehr Lebensqualität durch gezieltes und individuell zugeschnittenes Kraft- und Ausdauertraining.

     

Was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir Sport treiben?

Sobald der Mensch sich bewegt, geht es los: Treiber aller Prozesse sind die Muskeln als Zentrales Leistungssystem des Körpers.

 

Während des Trainings

Die Muskeln sorgen dafür, dass der Mensch sich bewegen kann. Sobald die Muskulatur vom Nervensystem angefunkt wird, setzt sich ein Prozess in Gang, der letztlich die Muskeln aktiviert, sodass die Bewegung erfolgt:

  • Die Energieproduktion wird hochgeregelt, dadurch werden Energiereserven verfügbar.
  • Das Hormonsystem schickt Botenstoffe in den Körper, die dafür sorgen, dass die für die Muskelkontraktion notwendigen Versorgungssysteme wie Herzleistung und Blutfluss aktiviert werden.
  • Adrenalin steigert die Leistungsfähigkeit des Herzens, Cortisol dient im Verlauf des Trainings der Energiebereitstellung.
  • Östrogene pflegen die Gefäße, denn sie aktivieren das Protein Stickstoff-Monoxid-Synthase, das für die Regulierung des Blutdrucks und das Funktionieren der Blutgefäße eine zentrale Rolle spielt.

Nicht nur die Muskeln in den Armen und Beinen haben zu tun, auch das Herz schlägt schneller, weil es mehr Blut durch den Körper pumpen muss. Denn der braucht nun zusätzlichen Sauerstoff und Energie. Die Durchblutung erhöht sich. Bei größeren sportlichen Aktivitäten passt sich sogar das Verdauungssystem an: die Magen- und Darmschleimhaut wird weniger stark durchblutet – denn die Verarbeitung von Essen ist gerade nicht gefragt.

 

Direkt nach dem Training

Die Regenerationsphase beginnt. Repariert und regeneriert wird das Muskelgewebe, denn durch die ungewohnte Bewegung ist der pH-Wert in den Muskeln entgleist und muss erst wieder normalisiert werden. Abfallprodukte des Stoffwechsels haben sich in den Muskelzellen gebildet und müssen abtransportiert werden. Mit der Aktivität ausgeschüttete Hormone helfen aus dem Gleichgewicht geratene Systeme im Körper wieder in Balance zu bringen. Der Regenerationsprozess ist mindestens genauso wichtig, wie die eigentliche sportliche Aktivität und sollte in jedem Trainingsplan ausreichend berücksichtigt werden.

 

Nach einer Stunde

Der Stoffwechsel des Sportlers ist immer noch erhöht, der Körper verbraucht zusätzliche Kalorien. Das Hormonsystem ist ebenfalls aktiv, Serotonin wird ausgeschüttet und sorgt für ein entspanntes Gefühl.

 

Am Tag danach

Der Muskelkater kommt: Es sind die vielen kleinen Schädigungen in den Muskelfasern, die eine Entzündungsreaktion im Muskel hervorrufen. Diese Schäden werden repariert, dabei können sich die Muskelfasern neuerlichen Belastungen anpassen. Durch kontinuierliches Training lernt der Körper, sich besser und schneller zu regenerieren. In der Regeneration werden nicht nur das Muskelgewebe repariert, die Energiespeicher aufgefüllt   und der Elektrolythaushalt normalisiert, auch der Sauerstoffhaushalt des Körpers pendelt sich wieder auf ein normales Maß ein, außerdem werden Stoffwechselzwischenprodukte abgebaut.

 

Nach ein paar Wochen

Der Körper hat bereits viel gelernt: Im Laufe des Trainings erfolgen zahlreiche Anpassungen in den Organen, die Sauerstoff und Nährstoffe bereitstellen, aufnehmen und transportieren. Neben der Lunge und dem Herz-Kreislauf-System profitiert auch die Muskulatur, mit rund 640 einzelnen Muskeln: Die Kapillarisierung, also die Durchsetzung mit feinsten Blutgefäßen, nimmt zu. Das wiederum bedeutet eine deutlich verbesserte Durchblutung und somit auch eine bessere Versorgung des Muskels mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Mitochondrien, die Zellorganellen, sind die eigentlichen Kraftwerke in den Muskeln, ihre Dichte nimmt auch zu. Dadurch kann der einzelne Muskel mehr Leistung erbringen. Dies wiederum steigert auch die Nähr- und Sauerstoffversorgung aller beteiligten Organe. Das Blut des Sportlers fließt besser durch die Gefäße und wird auch besser mit Sauerstoff versorgt. Die Vitalkapazität der Lunge hat sich durch die regelmäßige sportliche Anforderung erhöht, da Herz hat ein größeres Schlagvolumen.  

 

Nach ein paar Monaten

Der Sport hat den Blutkreislauf verbessert, die Muskelmasse wurde aufgebaut, der Mensch isst leistungsfähiger geworden. Die Mitochondrien haben zugenommen. Der in den Muskeln gespeicherte Energievorrat hat sich erhöht. Auch die DANN verändert sich. Bei Halbmarathonläufern konnte gemessen werden, dass die natürlichen Killerzellen im Immunsystem schärfer geschaltet werden, das Immunsystem wird gestärkt.  

 

Nach rund einem Jahr Training

Der Körper hat sich deutlich verändert. Durch regelmäßiges Lauftraining regulieren sich beispielsweise Cholesterinwerte im Körper. Die Knochen profitieren ebenfalls von der Bewegung: Zehn Prozent der Knochenmasse wird regulär im Laufe eines Jahres   umgebaut, durch den Sport erfolgt dieser Umbau verstärkt, das wiederum festigt die gesamte Knochenstruktur.

Auf Zellebene wurden ebenfalls Effekte festgestellt. Bekannt ist, dass über die Lebenszeit eines Menschen immer mehr Gene abgeschaltet werden, verantwortlich dafür ist die sogenannte DANN-Methylierung. Dabei handelt es sich um eine biochemische Veränderung an den Grundbausteinen der Erbsubstanz. Die Gene werden durch die Methylierung schwerer zugänglich und damit nicht mehr verfügbar, erklärt Bloch. In manchen Fällen wurde nun beobachtet, dass durch sportliche Aktivität das abschalten eines Gens aufgeschoben werden kann. Die ASC-Gene hingegen, Auslöser für Entzündungen im Körper, werden im Lauf des Lebens immer aktiver. Durch Training, das wurde ebenfalls in Studien gezeigt, kann dieser Prozess aufgehalten werden. Auch das Gehirn profitiert auf Zellebene, hier werden bei sportlicher Betätigung mehr Wachstumsfaktoren wie BDNF-Proteine gebildet.

 

Quelle: Spiegel Wissen, 2/2018, ss. 30-31

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